Das IfS und sein Umfeld
Institut für Staatspolitik und Umfeld #
Das sogenannte ‘Institut für Staatspolitik’ (IfS) wurde im Jahr 2000 von den neurechten Publizisten Götz Kubitschek und Karlheinz Weißmann gegründet und seit 2002 hat es seinen Sitz in Schnellroda in Sachsen-Anhalt. Das IfS, das sich inzwischen mutmaßlich aufgrund von Untersuchungen des Verfassungsschutzes umformiert hat, fungiert als ideologischer Thinktank und Kadarschmiede der Neuen Rechten, inklusive AfD. Jährlich finden in Schnellroda u.a. Sommer- und Winterakademien statt, in denen Rechte aus ganz Deutschland und Österreich bei Vorträge und Podiumsgesprächen vernetzen. Diese Vorträge werden aufgenommen und auf Youtube unter ‘Kanal Schnellroda’ veröffentlicht. Der Ort Schnellroda dient zugleich als Sitz der Institutszeitschrift Sezession und des Verlags Antaios [@boell2024].
Disclaimer #
Das sogenannte IfS und der dahinterstehende Verein für Staatspolitik e.V. wurden im Februar 2024 unter der Leitung von Götz Kubitschek offiziell aufgelöst. Abgesehen von der Umstrukturierung am Papier laufen die Veranstaltungsreihen und Publikationen unter demselben Namen weiter und auch im personellen Bereich hat sich nichts verändert. Wir sprechen trotzdem weiterhin vom IfS und seinem Umfeld als Organisator von Veranstaltungen, Publikationen etc. sprechen. Einerseits, um diese Kontinuitäten nicht zu übersehen. Andererseits, weil die Auflösung stark mit der Einschätzung des IfS als “gesichert rechtsextrem” durch den Verfassungsschutz in Verbindung steht. Björn Höcke schrieb dazu, es sei “sinnlos geworden, einem immer übergriffiger werdenden Staat jene Struktur anzubieten, die es ihm besonders einfach macht, darüber zu verfügen.“[^litschko2024] [^hoecke2024]
Für unsere Forschung konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die digital-zugänglichen Vorträge der vergangenen Jahre, die bei den Winter- und Sommerakademien des Instituts gehalten wurden. Ergänzend ziehen wir auch die Social Media Kanäle einzelner Akteure in unserer Analyse heran. In einer Teiluntersuchung zum Thema ‘Frauenbilder’ der Neuen Rechten haben wir z. B. auch den Instagram Kanal der extemrechten Frauenorganisation ‘Lukretia’ analysiert. Andere Themen, die sich aus unserer Analyse ergeben, umfassen die als ‘Metapolitik’ verstandenen Strategien der Neuen Rechten, die Ästhetik der Selbstrpräsentation des IfS, die Umdeutung von Kapitalismuskritik, ihr Anti-Intellektualismus, die strategische Nutzung von Widersprüchen und die Produktion von Vorstellungen von Stärke und Männlichkeit.
Darüber hinaus haben wir sehr stark vom Austausch mit Recherche Nord, der Autorin Stephanie Heide und Aktivist*innen aus Halle und Merseburg, die alle seit vielen Jahren die Szene beobachten, profitiert. Wir konnten an ihr Wissen und Dokumentationen anknüpfen.
Podcast #
Die Folgen zu diesem Projekt werden hier verlinkt, sobald sie veröffentlicht sind.